Dienstag, 3. März 2009

Aha!

Das ist sie also.
Die berühmte Basler Fasnacht.
Jetzt weiss ich auch wie das geht, mit dem Winter vertreiben.
Diese Trommelfell-zerfetzenden Tambouren und diese grässlich dissonanten Picolos können es mit allem aufnehmen, sogar mit einer Jahreszeit. Eine eins A Foltermetode. Ich jedenfalls, würde ALLES (gleichgültig ob wahr oder nicht) spätestens nach fünf Minuten gestehen.
Die frühen Basler haben wohl einfach die zwei penetrantesten, unangenehmsten und lautesten Instrumente von all den verfügbahren ausgewählt.
Ich kann mich nur noch nicht nachvollziehen ob das nun aus Sado- oder Masochismus geschehen ist. Es muss wohl eine Mischung aus Beiden gewesen sein. All den traurig dreinschauenden Gesichtern konnte ich es jedenfalls nicht entnehmen.
Wenn das die drei schönsten Tage im Jahr eines Basler sind, er so ein Gesicht macht und mit hängendem Kopf scheinbar resigniert durch die Gassen trottet will ich mir die anderen 362 gar nicht vorstellen.
Ach ja, einen ziemlich betrunkenen Mann hat noch mit uns geredet. Der schien nicht mal so unglücklich als er uns erzählen wollte, was er heute schon alles wo getrunken habe.

Zum Glück gibt es aber auch noch die konventionellen "Guggemusige" die machen wenigstens nicht nur solchen Mittelalter-Kriegsszenario-Soundtrack sondern schon richtige Musik.
Und im Übrigen dringen die monotone akustische Tyrannei nicht zu meiner ruhigen Residenz, weit aussen im St.Johann Quartier. Da haben es im Stadtzentrum wohnhafte Kollegen schon schwerer, bei denen auch bei geschlossenem Fenster keine Minute ohne die hochfrequenten Pfeiftöne und die schiessereiähnlichen Trommelgeräusche vergeht.

Aber was solls, mit meinen Rückzugsmöglichkeiten bin ich gerne bereit diese drei Tage Wahnsinn (finde ich sonst nichts Negatives, aber in diesem Fall...) auf mich zu nehmen, im Ausgleich zu Dem, was mir Basel sonst bietet.
Mal schauen wie ich nach den zwei verbleibenden Tagen darüber denke.

Ein Hoch auf Basel.

1 Kommentar:

Barbara hat gesagt…

so, hesch äs auso doch ad fasnacht gschafft? :-) und fausd das gefasnachtlä nümme ushautisch, hätt ig in züri no ä unterschlupf ohni piccolos und tamboure ;-)